FREUNDE JUNGER MUSIKER BREMEN e. V.

Über uns:



Ein Podium für junge und begabte Musiker, das ist die Grundidee der „Freunde junger Musiker.“ Und das geschieht in Bremen in einem besonderen Umfeld, nämlich in Hauskonzerten. Hier haben Künstler die Möglichkeit Programme auszuprobieren, vorzustellen und hautnah die Reaktionen eines kritischen, aber wohlwollenden Publikums zu erleben. Die Atmosphäre in Privathäusern scheint uns so intim und reizvoll, das möchten wir nicht aufgeben. Die Konzerte stellen  große Anforderungen an die jeweiligen Gastgeberinnen. Sie, die Gastgeberinnen, gestalten den Konzertnachmittag zu einem besonderen Erlebnis. Die Hauskonzerte sind eine besondere Herausforderung für die Künstler, da keine Distanz zu ihrem Publikum besteht.

 

Gerne erinnern wir uns an die Vielzahl junger Talente, die ihren Weg ermutigt weitergegangen sind. So wie zum Beispiel Rolf Plagge oder Yaara Tal und Andreas Groethuysen, heute ein weltbekanntes Klavierduo. Auch Lars Vogt, das Trio Fontenay, sowie das Artemis-Quartett begleiteten wir in ihren Anfängen. Unbedingt zu erwähnen ist auch der Kompositionsauftrag, den wir bereits 1994 an Matthias Pintscher erteilt haben, der heute als Komponist und Dirigent viele Programme gestaltet.

 

 

Bereits 1967 wurde die Idee von Leyda Ungerer in Frankfurt/M. geboren und erfreut sich seit 1986 auch in Bremen reger Beliebtheit. Weiter Kreise treffen sich in Hamburg, Berlin, Kassel, Meerbusch und München. Einmal im Jahr kommen alle Kreise zu einem Gedankenaustausch zusammen. Dann werden Erfahrungen geteilt und die aufgetretenen Künstler und Ensembles besprochen. Diese Künstlerbörse verschafft jungen Musikern die Möglichkeit auch in anderen Kreisen aufzutreten.

 

 

 

Warum junge Musiker Freunde brauchen

 

Es ist eine einsame Entscheidung und sie muss sehr eindeutig getroffen werden, sehr frühzeitig und mit allen Konsequenzen. Die Entscheidung, ob die Musik zum Beruf werden soll. Spielerisch und nur so zum Spaß hat vielleicht alles angefangen, in der musikalischen Früherziehung, im Jugendchor oder im Schulorchester. Vielleicht gab es den Klavierunterricht nur, weil da eben so ein altes Erbstück in der Ecke stand und die Eltern dachten, dass ein Versuch es allemal wert wäre. Und plötzlich gilt man als begabt.

 

Die Stimme rein und sicher, schon darf ein 6-jähriger den Eingangschor zur Matthäus- Passion mitsingen. Man kommt auf der Geige außergewöhnlich schnell voran, mit sauberen Lagenwechseln, Doppelgriffen und erstaunlicher Bogentechnik. Auf dem Klavier liegen schon bald nicht mehr nur die Noten des Klavierbüchleins der Anna Magdalena Bach, sondern Mozart- Sonaten und Haydn- Trios. Und erstaunte Blicke werden gewechselt, wenn die kleine Klarinettistin mit professionellem Ansatz und großer Präsenz ihren Solopart im Konzert des Jugendorchesters abliefert.

 

Da ist die Begabung, da eröffnet sich ein Talent, da ist die Förderung gefragt. Die besten Lehrer werden gefunden, die ersten Wettbewerbe gewonnen, die ersten Auftritte gemeistert. Applaus, Bravorufe, Schulterklopfen und Umarmungen......" aus Dir wird nach was". Was kann, was wird werden? Jeder weiß, dass Begabung und Talent nicht ausreichen. Disziplin, ein starker Wille, das sind die Tugenden, die hier zu pflegen sind. Üben üben, üben, nicht nach Laune, sondern nach Plan.

 

"Ohne Enthusiasmus wird nichts Rechtes in der Kunst zu Wege gebracht" schreibt Robert Schumann in seinen musikalischen Haus - und Lebensregeln. Und den bringen sie zumeist mit, die jungen Musiker. Sie haben Freude an ihrer Arbeit, sie wissen mit Schumann: " Durch Fleiß und Ausdauer wirst Du es immer höher bringen". Sie verzichten auf Vieles und konzentrieren sich auf das Eine. Und der Erfolg trägt, motiviert und beflügelt. Eltern, Lehrer, Förderer sind

Wegbegleiter und stehen mit Rat und Tat, mit Geld und guten Worten zur Seite.

 

Dennoch kommt der Tag, an dem man mit sich allein zu Rate ziehen muss. Soll das, was mein bisheriges Leben bestimmt und bereichert, nach dem sich fast alles ausgerichtet hat, lebensbestimmend für mich werden? Werde ich bestehen? Werden es die großen Podien sein, die ich als Solist oder Kammermusiker betrete? Werde ich eine Stelle in einem der bedeutendsten Orchester der Welt bekommen? Werden sich die Vorhänge der Met, der Scala und von Covent Garden vor mir erheben? 'Werden mir die Jubelrufe des Festivalpublikums von Salzburg und Bayreuth eines Tages in den Ohren klingen? Und wenn nicht? Die Luft wird oben immer dünner.

 

Die Musikerkarriere kann schnell im " Graben" eines Kleinstadttheaters, im Brotberuf der Klavierlehrerin oder auf den nicht angeforderten Angebotsseiten einer Konzertagentur enden.Wie wenig lässt sie sich vorausdenken, voraussagen.

 

"Die Kunst ist nicht da, um Reichtümer zu erwerben! Werde nur ein immer größerer Künstler; alles Andere fällt dir von selbst zu." Schumann hat recht. Nicht zweifeln, seinen Weg gehen, an sich glauben - aber was ist dieses " Andere"? Es ist ein weites Feld auf dem junge Musiker gehen und nach allen Seiten offen. Gut, wenn sie sich dort nicht allzu alleine fühlen, wenn es Wegmarken gibt, an denen sie Orientierung finden können, wenn da Räume sind, in denen sie sich erproben können.

 

In den Häusern der " Freunde junger Musiker" haben sie solche Räume.

Hier finden sie ein interessiertes Publikum vor, aber es ist nicht "die Öffentlichkeit". Hier werden sie kritisiert, aber nicht verurteilt, hier können sie lernen, sich den unterschiedlichen Bedingungen zu stellen: niedrige Zimmerdecken, dicke Teppiche, schlagende Uhren, Publikum vor, neben, hinter sich.

 

Hier können sie Programme erproben. Wie "baut" man eine Folge von Stücken am Geschicktesten, Wirksamsten zusammen? Ist es ratsam, Werke zu erläutern, welche Zugabe ist angemessen? Wo anders, wenn nicht hier, findet man Verständnis für Lampenfieber, falscheTöne, Indisponiertheiten. Es ist der Ernstfall bei dem man aber nicht fällt, sondern aufgefangen wird, falls das notwendig sein sollte. und plötzlich ist man nicht mehr ganz so einsam, wenn man vor der entscheidenden Frage steht: sich unter die Wenigen wagen, die nach den Sternen greifen und die Kunst zum Beruf machen oder sie doch lieber zur  "schönsten Nebensache" zu erklären, der jeder Druck genommen wird.

 

Zur Erkenntnis bedarf es der Erfahrung und die kann für einen Künstler nur in der Kunst liegen. Vorspielen, Konzerte geben, gehört werden. " Es ist des Lernens kein Ende", beschließt Robert Schumann seine 43 Haus - und Lebensregelen. Darum brauchen junge Musiker Freunde!

 

Edda Bosse 2006

 

 

 

Im Mai 2010 konnten wir dem Cellisten Julian Arp helfen, ein Instrument von dem Instrumentenbauer Stephan de Baehr zu erwerben.

 

 

Seit 2007 wird der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wetterberwerb mit einem zusätzlichen Förderpreis der "Freunde junger Musiker" vergeben.

 

Bislang sind in Bremen folgende Preisträger aufgetreten:

 

Julian Arp, Violoncello, Caspar Frantz, Klavier

 

Pauline Reguig, Vioine Emilio Peroni, Klavier

 

Orion Klavierquartett

 

Almandin- Quartett

 

Christine Rauh, Violoncello; Johannes Nies, Klavier

 

Sarah Christian, Violine  / Yukako Morikawa, Klavier

 

Simon Höfele, Trompete /  Katja Poljakova, Klavier

 

 

 

 

Das Festival  " Zeitgeist" wurde von allen 8 Kreisen der

" Freunde junger Musiker"  unterstützt.

 

Im Juli 2010 schrieb Julian Arp:

 

Auf diesem Wege möchte ich mich nochmal sehr herzlich bei Ihnen und dem gesamten Vorstand der " Freunde junger Musiker e.V. Bremen" für die unglaublich großzügige Unterstützung bedanken. Durch Ihre wunderbare Hilfe konnte ich nun das fantastische Violoncello finanzieren, welches der renommierte Geigenbauer Stephan de Baehr in Paris für mich gebaut hat und was mich nun auf jedem meiner musikalischen Schritte begleiten wird...

 

 

 

Von allen Konzerten in Bremen werden CD- Live-Mitschnitte  hergestellt. Diese Aufnahmen stehen ausschließlich den Mitgliedern zur Verfügung und gehen nicht in den Handel. Gert Dröge ist für die Aufnahmen verantwortlich.

 

 

2006 sind sechs der acht Kreise der „ Freunde junger Musiker“ eingetragene Vereine geworden. Wir sind gemeinnützig und können Spendenbescheinigungen ausstellen.

 

 

Der Vorstand

 

Barbara Grobien, Vorsitzende

Gabriele Strangemann, 1. stellvertretende Vorsitzende

Cäcilie Plenge, 2. stellvertretende Vorsitzende

Hedwig Schroiff, Kassenwartin

Heidi Melchers, Schriftführerin

Antje Brune, Beisitzerin

Angelika Bunnemann, Beisitzerin

 

 

 Die Kontonummer bei der Bremer Landesbank für die

 

Freunde junger Musiker Bremen

IBAN: DE40290500001037777003

BIC:BRLADE22xxx